Wir treten unsere vorerst letzte Etappe durch die einsame Wüste an und fahren wieder in die Zivilisation nach Copiapo und an die Pazifikküste.
In Copiapo kümmern wir uns mal wieder um die eine oder andere Kleinigkeit an unserem Auto. Von Copiapo aus machen wir einen Ausflug zur Mina San Jose. Dort hat es 2010 ein Grubenunglück gegeben, dass auch durch die deutschen Medien ging: 33 Minenarbeiter („Los 33“) waren verschüttet worden und konnten erst 2 Monate später, aber wohlauf geborgen werden.
An der Pazifikküste fahren wir zunächst nach Bahia Inglesa, einem kleinen aber zu dieser Zeit recht gut besuchtem Badeort, wo wir einen schönen und recht günstigen Strand-Campingplatz finden. Von dort fahren wir in Richtung Norden an der Küste entlang über Chañaral, Cifuncho, Taltal und Paposo. Wir suchen uns meist einsam gelegene Stellplätze direkt am Strand. Zwischen den Felsen sammelt sich Meerwasser in sogenannten Rockpools („Gezeitentümpel“), in denen es von allerlei Meeresgetier wimmelt: Krebse, Anemonen, Seeigel, Seesterne, Napfschnecken und vieles mehr. Auf den Felsen im Meer lassen sich Pelikane nieder. Etwas nördlich von Caldera übernachten wir in der Nähe einer kleinen Felseninsel, auf der sich Seelöwen in der untergehenden Sonne räkeln und ein wildes Gebrüll von sich geben.
- Ausblick auf ein Solarkraftwerk nördlich von Copiapo
- Solarkraftanlage
- Flaggen an der Mina San Jose für die „Los 33“
- Rettungskapsel Phoenix mit der die Bergleute geborgen wurden
- Campingplatz am Strand
- Seeigelreste
- Kugelgranit bei Caldera
- Käferschnecken
- Sonnenseestern „Sol de Mar“
- Rockpool
- Seelöwenfelsen
- Der Mann mit den Schneckenhänden
Kurz vor Chañaral treffen wir abends auf Miguel, der hier mit seiner Familie und Freunden am Strand kampiert. Er ist sehr interessiert und stört sich nicht daran, dass wir nur wenig spanisch sprechen und viel Zeit brauchen um etwas zu sagen. Er erzählt uns, dass er erst in einem Monat wieder Arbeit hat und sich bis dahin ein wenig Geld damit verdient Seetang zu sammeln und es zu verkaufen. Scheinbar wird es zu Shampoo und ähnlichem weiterverarbeitet. Die restliche Zeit genießt er mit seiner Familie am Meer und geht schnorchelnd auf die Suche nach Seeigeln und Napfschnecken, die hier gerne gegessen werden. Er bietet uns an auch welche für uns zu sammeln und kurz darauf kommt er tropfnass mit einem Sack voller „Erizos“ (Seeigel) und „Locos“ (Napfschnecken) an, die er sogleich für uns ausnimmt. Von den Seeigeln werden die 5 gelben „Zungen“, bei denen es sich eigentlich um die Gonaden (Geschlechtsdrüsen) handelt, mit Zitrone mariniert und gegessen. Mein Geschmack ist es nicht, aber Holger findet es in Ordnung. Er ist sogar so mutig und probiert die Krabbe (Erbsenkrabbe), die als Parasit im Seeigel lebt und die Miguel als Delikatesse anpreist, die Stärke verleiht. Holger steckt sich die noch lebende Krabbe mutig in den Mund, beißt darauf, lutscht den Saft aus und spuckt die Reste aus. Den Geschmack findet er allerdings nicht so angenehm und spült lieber mit Bier nach. Die Napfschnecken werden von ihrer Schale befreit und ausgenommen. Das Muskelfleisch wird dann gut gewürzt und fritiert zusammen mit Brot gegessen. Es schmeckt uns beiden ganz gut. Miguel bleibt noch bis nach Sonnenuntergang bei uns und wir trinken zusammen Weißwein aus einer Melone. Sehr lecker und alles in allem ein tolles Erlebnis!
- Miguel beim Seeigel-Ausnehmen
- Eriszos – „Seeigelzungen“
- Napfschnecke – „Loco“
- Locos frita – frittierte Napfschnecken
































Hallo ihr zwei, wir sitzen gerade auf dem etwas verregnetem Helgoland im Büro und bestaunen euere tollen Bilder!!! *Neid*
Wirklich eine tolle Reise die ihr da macht.
Schöne Grüße von allen „Helgoländern“ und wir freuen uns schon auf die nächsten Eindrücke von euch. 🙂
wau, das ist ja mal wieder ein toller Bericht. Aurelie findet die Schneckenhände am schönsten. Mir gefällt die Zotteltosia am Besten. Viel Freude und tolle positive Abenteuer. Herzlichste Grüße aus Heinzenbach.
Hi travellers
You are having an amazing adventure.
Leon has just had a short adventure too in Indonesia for 2 weeks on a working teacher exchange.
You both look well and happy.
Take care. Mike and Evelyn