Nach überstandener Krankheit machen wir uns auf in Richtung Südwesten, dort wo die Wüste Gobi beginnt. Und wir haben Begleitung! Sina, die deutsche Radfahrerin aus unserem Hostel schließt sich uns für einige Tage an. Sie hat vor irgendwo in der Wüste ein Kamel zu kaufen und von dort aus in einen weiter südlich gelegenen Nationalpark zu reiten. Spannend!
Unsere Reisegruppe hat sich nun also auf drei Personen erweitert. Wir sind froh, dass wir uns beim Umbau des Reisemobils entschieden haben den einzelnen Rücksitz nicht auszubauen, so können wir Sina bequem mitnehmen. Nachts bekommt unser Reisemobil nun sozusagen einen „Anbau“, denn Sina schlägt ihr Zelt wegen des starken Windes in Steppe und Wüste meist im Windschatten unseres Autos auf.
Von Ulan Bator geht es in Richtung Arwaikheer. Kurz vor der Stadt knackt es zweimal laut irgendwo in oder an unserem Auto. Auf der rechten Seite sind beide Federn, vorne und hinten, gebrochen! Die holprigen Schotterpisten waren wohl auf Dauer für die altersschwachen Federn zuviel. Aber wir haben Glück, im Ort finden wir recht schnell eine Werkstatt die innerhalb eines Nachmittags neue Federn einbaut. Die Frau des Werkstattbesitzers eilt uns zu Hilfe und übersetzt vom Englischen ins Mongolische und ist danach sogar so nett uns zu sich nach Hause zum Essen einzuladen. Wir sind überrascht von solcher Gastfreundschaft uns Fremden gegenüber. Sina und ich nehmen dankend an, Holger bleibt beim Auto um bei der Reparatur zuzuschauen und bekommt später ein Lunchpaket mitgebracht. Noch am selben Abend können wir unsere Fahrt in Richtung Bajankhongor fortsetzen.
Von dort geht es von der Hauptverkehrsstraße ab in Richtung Süden. Nun werden die Wege noch holpriger und viele parallele Spuren führen in die vermeintlich gleiche Richtung. Manchmal entscheiden wir uns den falschen Spuren zu folgen, die sich dann scheinbar urplötzlich verlieren. In der Nähe des ‚Orog Nuur‘ ist die Fahrspur zudem immer wieder von großen Sanddünen zugeweht. Keine leichte Aufgabe sich dort zurecht zu finden. In dieser Gegend treffen wir auch einen Kamelzüchter, der in der Nähe des Sees seine Jurte aufgeschlagen hat. Sina versucht mit ihm zu verhandeln, ist sich am Ende wegen Sprachschwierigkeiten unsicher, ob er ihr Anliegen richtig versteht und lehnt daher ab. Trotzdem ist er so nett und lässt sie eine Runde auf einem seiner Kamele reiten.
Also geht es vorerst weiter zu dritt. Als Dankeschön für Mitnehmen lädt Sina uns zum Essen ein. Obwohl die Gegend sehr abgelegen ist, gibt es hier in jedem kleinen Örtchen ein Restaurant, bzw. eine Garküche. Zu Holgers großer Freude gibt es Hammelfleisch in jeder erdenklichen Form. Wir haben das Gefühl, egal welches Gericht wir zufällig durch daraufzeigen von der Karte auswählen (wir verstehen sowieso nichts), es enthält immer Hammelfleisch. Klar, bei den vielen Schaf- und Ziegenherden, die uns auf unserer Reise begegnen. ‚Buuz‘ gibt es fast überall. Das sind gekochte Teigtaschen mit Hammelfleisch, soviel haben wir immerhin verstanden.













